Forsche Virtuosinnen

Die Schwestern Walachowski spielen im Schumannhaus vierhändig

Von Guido Krawinkel | Bonner Generalanzeiger 05.03.2015

Das vierte Hauskonzert im Schumannhaus wurde von dem Klavierduo Anna und Ines Walachowski mit einem Programm gestaltet, das zwar bekannte Namen bereithielt, aber dennoch mit einigen selten gespielten Überraschungen aufwarten konnte. Robert Schumanns „Bilder aus dem Osten“ etwa, eine Sammlung von sechs Impromptus, die auf eine literarische Vorlage Friedrich Rückerts zurückgehen. Deren orientalischer Anschlag war zwar hier und da zu spüren, dennoch konnte man hier ganz originären Schumann hören. Die Walachowskis pflegten einen drängenden Impetus in ihrer Interpretation, wobei sie aber den Charakter der Stücke sehr genau trafen.

Eine weitere Rarität: Felix Mendelssohn Bartholdys Andante und Variationen B-Dur. Auch hier arbeiteten die beiden Pianistinnen die kompositorische Anlage und Stimmungen der einzelnen Variationen subtil heraus.

Einen bleibenden Eindruck hinterließ (…)Clara Schumanns schmissiger Marsch Es-Dur oder einige der Ungarischen Tänze von Johannes Brahms.

Am Ende der von Walachowskis präsentierten Auswahl stand die Nr.4 in fis-moll, einer der bekanntesten aus der Reihe. Hier zeigten die Interpretinnen viel Gefühl und Verve.